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Anouk und Herr Bär

Bildquelle: Edition Pastorenplatz
Anouk und Herr Bär
von Mascha Wolfram
52 Seiten
1. Aufl. 2017
Edition Pastorenplatz
ISBN 978-3-943833-18-8
14,00€

Ein altes russisches Märchen in neuem Gewand
Thema Angst / Traurigkeit/ Freundschaft/
Integration/ Vorurteile


Ein wunderschönes Buch liegt vor mir, das nicht nur ein altes russisches Märchen neu interpretiert sondern sich durch einfache, klare Illustrationen, die stark fokussieren von der Masse abhebt.
Mascha Wolframs Erstlingswerk überzeugt durch weiche, pastellige Farbgestaltung in der die wesentlichen Dinge in kräftigeren Farben deutlich herausstechen und so unsere Betrachtung gezielt lenken. Keine kleinen Details, die ablenken sondern große recht einfach gehaltene Motive, ähnlich Druck- oder auch mal im Collagen Technik erzählen die Geschichte der kleinen Anouk und des großen einsamen Bären.
Anouk lebte in einem kleinen Dorf am Rande eines Waldes. In dem Wald, so erzählte man sich gab es einen fürchterlichen, riesigen, gefährlichen Bären. Allerlei schlimme Dinge dichtete man ihm an. Deshalb hatte jeder der in den Wald ging fürchterliche Angst ihm zu begegnen.
Eines Tages durfte Anouk mit ihren Schwestern in den Wald gehen um Pilze zu sammeln. Anouk kannte die Geschichte des fürchterlichen Bären und auch die Mutter warnte sie noch einmal.
Doch es kommt wie es kommen muss, Anouk verliert ihre Schwestern aus den Augen und gerät immer tiefer in den Wald, bis sie plötzlich ein kleines Haus sieht. Sie klopft an und wer öffnet ihr?
Der Bär!
Nach ersten furchtbaren Erschrecken jedoch erkennt Anouk, das der Bär gar nicht böse ist. Da es schon dunkel wird, lädt der Bär Anouk ein zu bleiben, denn in Wirklichkeit ist er unglaublich einsam. Beide freunden sich an und genießen die gemeinsame Zeit miteinander. Am nächsten Morgen bringt der große Bär die kleine Anouk ins Dorf. Gern lässt er sie nicht gehen, denn dann wäre er ja wieder einsam. Das spürt auch Anouk und lädt ihn ein bei ihr zu wohnen.
Als sie in das Dorf kommen laufen zunächst alle aus Angst davon als sie jedoch sehen wie lieb er zu Anouk ist trauen auch sie sich heraus. Mehr noch sie freuen sich, sind dankbar, das er Anouk "gerettet" hat. Von da an darf der Bär bei ihnen im Dorf leben und ist nun auch nicht mehr allein.
*
Eine schöne Geschichte, die so viel erzählt.
Über Vorurteile, Gerüchte die Angst schüren, über Einsamkeit und Mut.
Über Einsicht und Freundschaft.
Gerade in der heutigen Zeit, in der immer mehr Menschen, aus Angst vor dem Fremden, mit Anfeindungen und Gerüchten Angst schüren, anstatt auf die/ das Fremde(n) zu zu gehen, kennen zu lernen, ist es wichtig sich eine eigene Meinung zu bilden so wie  es die kleine Anouk in diesem Bilderbuch machte.
So sieht man wieder einmal, das alte Märchen sehr weise sind und etwas erzählen, vermitteln, das über Generationen hinweg Gültigkeit hat und immer aktuell sein wird.
*
Mascha Wolfram erzählt in Bild und Text auf äußerst klare, sehr einfühlsame Weise, die selbst sehr kleine Kinder ab etwa 2,5 Jahren gut verstehen können. Behutsam nähert sie sich der Thematik schafft es Anouks Gefühl von Angst aber auch die Traurigkeit des Bären so herauszuarbeiten, das man als Betrachter unmittelbar mitfühlt.

Ein Bild hat unsere Lesekinder sehr berührt.
Da liegt Mascha eng an den Bären gekuschelt. Eine unglaubliche Vertrautheit , Geborgenheit und Wärme strahlt dieses Bild aus, als seien sie schon ewig Freunde.

Zu guter Letzt noch ein Tipp für Leseanfänger:
Dank einer großen klaren Druckschrift, bei der sich die Buchstaben gut voneinander trennen und auch der Zeilenabstand größer gewählt ist, ist dieses Buch wunderbar um erste Leseversuche zu machen. Wenig Text, keine schwierigen Wörter und großformatige Illustrationen machen es Leseanfängern leicht zu lesen. Viele unserer Lesekinder, die nun gut ein halbes Jahr in der Schule sind konnten dieses Buch schon selbständig und ohne Hilfe lesen. Aber auch gemeinsames Lesen macht hier viel Freude denn die Geschichte ist nicht nur für Kinder schön!

http://www.editionpastorplatz.de/index.php/buecher/kinderbuecher/91-anoukundherrbaer


 
 

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